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Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl)
1977 Studio d`Arte "Ipotesi", Rom 1978 Studio d`Arte "Adriana", Rom 1980 Palazzo delle Esposizioni, Rom 1981 Palaggio di Parte Guelfa, Florenz Palazzo ca`Giustignan, Venedig 1982 Folkloremuseum, Rom Salie de Fetes de la Mairie, Paris 1984 Circolo Berthold Brecht, Mailand 1985 Galerie Leonardo da Vinci, Rom 1986 Genazzano Castello Colonna 1988 Galerie am Buttermarkt, Köln 1995 Josef Haubrich-Kunsthalle, Kölnkunst 4, Köln Frankental Galerie Christa Riedel 1996 Galerie am Alten Garten, Siegen 1999 Kunst-Kabinett-Knauf, Köln Kalker Kunstmeile`99, 2. Preis, Köln Große Kunstausstellung NRW, Düsseldorf Messe Düsseldorf 2000 Kölner Bank von Sabine Schütz Dem im Irak gebürtigen, seit etlichen Jahren in Europa lebenden Hussam al Basam ist die Farbe gewissermaßen das künstlerische Lebenselixier, der Stoff, aus dem er seine im Grenzbereich zwischen Abstraktion und freier Gestik angesiedelten Kompositionen aufbaut. Abstraktion bedeutet hier, wie die eigentliche übersetzung des Wortes ja besagt, das möglichst weitgehende "Abziehen", Wegnehmen der Wirklichkeitsnähe von den realen Dingen und Erscheinungen durch die Malerei. Fast immer freilich läßt Al Basam einen Rest von Wirklichkeit bestehen, als Erinnerungs- und Assoziationshilfe an die Vorstellungswelt, die ihn zu seinen Bildkompositionen anregt: Es ist die historische Kultur seiner Heimat, des einstigen Mesompotamien, wo die Menschheit vor über 5000 Jahren, in Babylon, Sumer, Assur, zu ihren frühesten Zivilisationsformen fand. Und auch die Farbe selbst schlägt in Hussam Al Basams Bildern oft eine Brücke zurück zur kulturellen Vergangenheit seines Herkunftslandes: Das leuchtende, himmelhelle Türkisblau, das vielen seiner Gemälde eine kühle Strahlkraft verleiht, brachte schon die Keramik und die Mosaiken aus Ur oder Susa zum Leuchten und blieb auch in islamischer Zeit die bestimmende Farbe in Kunst und Architektur. Aber Al Basams Bilder wollen trotz mancherlei solcher Hinweise nicht eigentlich von diesem versunkenen, mythischen Zeitalter erzählen. Vielmehr benutzt der Maler die kulturellen Erinnerungsfragmente als Auslöser oder auch Anlässe für seine in erster Linie malerisch motivierten Erkundungen. Entdeckt unser Blick also auf einem Gemälde etwa den Kopf eines Tieres oder, auf einem anderen, die Konturen eines weiblichen Aktes, so lassen sich solche figurativen Andeutungen - für den Maler übrigens genau so wie für den Betrachter - als Einstiege in das Bildgeschehen verstehen, nicht aber als inhaltliche Leitmotive. Ausgehend von einer bekannten Form entwickelt der Künstler seine malerische Aktion dann immer freier und ungebundener, bis die Farbe selbst die Bildregie übernimmt und zu einer Eigendynamik gelangt, die das fertige Bild schließlich denkbar weit von seinem dinghaften Ausgangspunkt entfernt erscheinen läßt. Farbereignisse, die nicht selten den Charakter abstrakter Bildräume annehmen, sind das Ergebnis. Hier legt Al Basam ein den Informellen und abstrakten Expressionisten der fünfziger Jahre n ahestehendes künstlerisches Temperament an den Tag. Aber der Künstler begnügt sich neuerdings nicht mehr mit farbig erzeugten Illusionen von Räumlichkeit in der Bildfläche. Vergleichbar mit der Emanzipation vom Gegenstand zur freien malerischen Gestik, der sich in seinem Werk bereits in den achtziger Jahren vollzog, findet gegenwärtig erneut ein Veränderungsprozeß statt - von der Fläche in den Raum. Diese Ausweitung seiner Malerei in die dritte Dimension führt Al Basam mit durchaus ungewöhnlichen Mitteln durch, nämlich indem er den Bildträger selbst, also die Leinwand, von einem zweidimensionalen in einen räumlichen Gegenstand verwandelt. Kein Hilfsmittel ist ihm zu ausgefallen, um diese Ausformungen des Bildträgers - er selbst spricht von "verbogenen" Bildern - zu erreichen. Teile von Möbelstücken ebenso wie Materialien aus Bau- und Hobbymärkten dienen seinem Anliegen, die Flachheit des Gemäldes zum Relief und schließlich zum skulpturalen Objekt hin zu erweitern. Manchmal reicht schon eine unter der Leinwand angebrachte Polsterfeder, um dem Bild zum Ansatz einer Körperlichkeit zu verhelfen. Es verwundert keineswegs, dass sich im Laufe dieses Prozesses auch die äußere Form des Bildes verändert hat. So sind z.B. Tondi, also kreisrunde Bilder, entstanden - übrigens auf den Sitzflächen von IKEA-Hockern - die das dynamische Element, das Al Basams Malerei generell zu eigen ist, noch verstärken, indem sie die Farbspuren zu Wirbeln werden lassen, die sich um ein Zentrum zu bewegen oder nach außen fort zu fliegen scheinen. Doch auch der geometrisch noch klar bestimmbare Kreis ist nicht das Ziel seiner Suche nach neuen Formen. Einem seiner jüngeren Bilder hat er etwa die Gestalt eines bogenförmigen, abgerundeten Dreiecks gegeben; wir erinnern uns an die s echziger Jahre und das Phänomen der Shaped Canvas, wie sie in den USA vor allem von Frank Stella vertreten wurde. Doch sind solche kunsthistorischen Bezüge wohl eher äußerlich - während nämlich Stella die innere Bildstruktur an ihre äußeren Konturen anpassen wollte, geht es Al Basam um einen weiteren Befreiungsschritt seiner Malerei: zugleich wird hier ein Schritt in Richtung auf die alltägliche Objekt-Welt getan, hat der Künstler sein verfomrtes Bild doch an der einen Seite mit einer roten Neonröhre versehen, in deren Schein seine Malerei sich verfärbt und stellenweise gerade ins Immaterielle zu verflüchtigen scheint. Hussam Al Basam sucht - und findet - fortwährend Möglichkeiten zur Erneuerung und Veränderung seiner Kunst, die jedoch, so glaubt er selbst, stets der Malerei verpflichtet sein wird. Sein Streben zum Dreidimensionalen, zum realen Raum, markiert eine prägnante neuartige Position innerhalb seines Oeuvres. |
Die Jagd, Acryl auf Leinwand, 80 x 80 cm, 1994 |
Weibliche Gottheit, Acryl auf Leinwand, 80 x 80 cm, 1994 |
Musiker, Acryl auf Leinwand, 70 x 60 cm, 1996 |