Llaura Sünner
Bahrenfelder Ch. 67, 22761 HamburgTel. 040/890 54 75, Fax 040/890 52 17
1959 geboren in Winningen/Mosel1980 Grafikpraktikum, Schwäbisch-Gmünd 1981 1985 Ausbildung zum Goldschmied, Hanau 1985 Umzug nach HH 1985 Gruppenausstellung, Galerie Studio M, Bamberg 1985 Ausstellung und Performance, Galerie Kunststoff, HH 1986 Ausstellung und Performance, Galerie Jensen, HH 1986 Performance, Hamburger Hof, HH 1987 Performance, Kampnagel, HH 1989 Ausstellung, Galerie Jensen, HH 1991 Ausstellung, Galerie Jensen, HH 1993 Gruppenausstellung, Goethe Institut, Thessaloniki 1994 Ausstellung, Galerie Jensen, HH 1995 Ausstellung, Galerie Stadelmaier, München 1996 Ausstellung mit O. v. Poschinger, Studio Mix, Berlin
1996
Ausstellung mit O. v. Poschinger, Kunsthaus Raskolnikow,
1997 Ausstellung, Galerie Jensen, HH |
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Llaura I. Sünner LAND IN SICHT
Der LIS-tige Titel der Ausstellung bricht auf: Unsere "See-Gewohnheiten" zu neuen Ufern.
L I S landet in vier Werkgruppen das Strand-Gut einer künstlerischen Reflexion zum Thema "Gefühl" an. Das Land ist in Sicht, aber die Sehnsucht bleibt am Horizont.
Wie schon früher navigiert Laura I. Sünner durch schwere Wellen mit leichten Booten. Ihr Blick aus dem Ausguck geht eigentlich nach innen, sie ist ein Seelen-Sailor mit der stürmischen Spaßhaftigkeit der künstlerischen Klabauterfrau.
Was sie zu fassen versucht hat Kontur und Konkretion eines Fliegenden Holländers: jenes Heimweh nach sich selbst, das wohl jeder hin und wieder in sich spürt, und das die Künstlerin
selbst einmal "ein im Gefühl bleibendes Gefühl" genannt hat. Nun ist sie also in See gestochen. Ihre Armada aus Filzkähnen transportiert und aphorisiert eine Ladung aus Bedeutsamem und Banalem. Je nach Laune mag Man angesichts der Kohle- und Eierfrachten philosophieren oder frotzeln, erinnern die Ruderstellungen eines Werkes an das "Lächeln der Uhr" bei zehn nach Zehn oder an die quälende Zyklik eines galeerenversklavten Seins.
"Das Land sind wir!" möchte man rufen, und die pastellgefärbten, geologisch anmutenden Landschnitte an der Wand werfen das Echo bestätigend zurück. Diese Schichtscheiben sind ungeeignet, den Fuß des Eroberers zu tragen (dessen Abdruck bleibt in einem der Filzschiffe zurück). Weit eher definieren sie die Sicht aufs Land als Summe von Einsichten, die die Ausstellung anbietet: Die Ruder liegen bereit, aber der Platz an den Riemen bleibt frei.
Für uns.
Dr. STEPHAN KUBISCH 1997