Sandor Doro
Pillnitzer Landstraße 59
D - 01326 Dresden

Biografie:
1963 geboren in Hajduböszörmeny, Ungarn
1979-84 Studium an der HFBK Dresden
1984-85 Assistent an der HFBK Dresden
Seit 1985 freischaffend, lebt und arbeitet im Dresdener Künstlerhaus
Seit 1985 Ausstellungen, Installationen, Reinstallationen im In- und Ausland
Sandor Doro Foto



Statement zur Arbeit

Mit immer größerer Genauigkeit sehe ich, daß trotz der unterschiedlichen Annährungen immer das gleiche Bild entsteht.
Dieses Bild läßt mein jeweiliges Verhältnis mit der Welt erscheinen.
Dieses Bild ist amorph, dehnbar, ein weiches Bild.
Es ist in ständiger Veränderung, ohne austastbare Grenze.
Wenn es sich äusert, fuauml;hle ich schon, daß es gleichzeitig unbewußt wird. Wenn es schwarz wird, dort wo das Schwärzeste ist, sehe ich, wie es immer weißer wird.
Wenn ich merke, jetzt habe ich es fest angefaßt, spühre ich gleich, wie meine Hände leer werden. Wie auch immer: dieser ständigen Zweiheit muß ich folgen. Das ist der fiebrige Schuauml;ttelfrost. Das ist die Wirklichkeit. Aufteilen, nach logischen Prinzipien betrachten, wäre lächerlich.
Vor ihm stehenbleiben darf man nicht - das Stehenbleiben ist die Grenze.
Vor ihm Angst haben? Dann braucht man Überzeugung.
Man muß auffassen, aussagen, in Form gießen.
Dieses Bild von der Wirklichkeit aufzufassen, brauche ich alle meine Kräfte. Einsatz auf Leben und Tod, ohne Überzeugung, ohne Schutzeinrichtung.
Die sensorischen und die imaginativen, die geometrischen und die naturalistischen Fähigkeiten - alle sind sie nötig. Und alle Mittel sind nötig - die Fläche und der dreidimensionale Raum, die Farbe und der Atem, das Holz, das Metall, Wasser und Feuer.
Nötig ist die Seele, nötig ist der Knörper. Die Gegensnätze sind nötig. So kommt es, daß die Bildformulierung bei mir die ständige Übertretung des Bildes bedeutet und dessen dauernde Umkreisung.
Von rechts betrachte ich imaginativ.
Von links sensorisch. Übertrete geometrisch und umkreise naturalistisch.
So vertiefe ich meine Erfahrungen über die Wirklichkeit. So vertieft mich die Wirklichkeit. So tauche ich das Bild in Farbe, in Papier, in Feuer, in Holz, in Metall, in Atem.
So entsteht die Selbstkenntnis.
Die Selbstkenntnis ist das einzelne Wissen. Deswegen kreise ich herum und übertrete das dehnbare, unaustastbare, weiche Bild.


 

 
  zurueck zu COINCIDENCE XIV