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Eröffnungswoche: 24.10. – 3.11.2002 Programmübersicht Do., 24.10. – Sa., 26.10., 18 – 20.30 Uhr Theater in der Straßenbahn, arrangiert
von Lech Majewski Straßenbahn
in der Düsseldorfer Innenstadt Do., 24.10.,
20 Uhr Upper Silesian Jazznight mit Ewa Uryga und dem Trio „Wyle¿o³,
Kowalewski, ¯yta“ SATIRICON
Theater Girardet Haus Girardetstr.
2-38, 45131 Essen, Tel.: 0201/788108
www.sparkasse-essen.de/satiricon Fr. 25.10.,
20 Uhr Eröffnungskonzert – Das Nationale
Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks aus Katowice / Kattowitz mit
Zofia Kilanowicz (Sopran) Tonhalle
Düsseldorf Ehrenhof 1,
40479 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 8996123 Internet: www.tonhalle-duesseldorf.de Fr., 25.10.,
20.30 Uhr Upper Silesian Jazznight mit Ewa Uryga
und dem Trio von Arek Skolik Jazz
Schmiede Himmelgeister
Str. 107 g, 40255 Düsseldorf, Tel.: 0211/3110564 Internet: www.jazz-schmiede.de Sa., 26.10.,
12 Uhr Oberschlesien lädt ein – Vorstellung
der Wojewodschaft Schlesien: Stadtmuseum
Düsseldorf Berger Allee
2, 40213 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 8993738 Internet: www.duesseldorf.de/kultur/stadtmuseum/home/htm Sa., 26.10.,
19 Uhr Konzert – Das Nationale
Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks aus Katowice / Kattowitz spielt
unter der Leitung von Gabriel Chmura Altenberger
Dom Eugen-Heinen-Platz
1, 51519 Odenthal (Altenberg), Tel.: 02174 / 4533 Sa., 26.10.,
20.30 Uhr Upper Silesian Jazznight mit Piotr Wojtasik und dem Trio
„Wyle¿o³, Kowalewski, ¯yta“ Jazz
Schmiede Himmelgeister
Str. 107 g, 40255 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 3110564 Internet: www.jazz-schmiede.de So., 27.10.,
11 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Landschaft
des Nicht-Seins“. (27.10. –
8.12.2002, di. – so. 11-17 Uhr) Oberschlesisches
Landesmuseum Bahnhofstr.
62, 40883 Ratingen-Hösel, Tel.: 02102 / 965-0 So., 27.10.,
20.30 Uhr „Die Stille / Cisza“ – Filmabend mit
dem Regisseur Micha³ Rosa IGNIS e.V.,
Europäisches Kulturzentrum Elsa-Brändström-Str.
6, 50668 Köln, Tel.: 0221 / 725105 Internet: www.ignis.org Mo., 28.10.,
19.30 Uhr „Evolution“ und andere Filme –
Filmstudenten aus Katowice / Kattowitz Black Box Schulstr. 3,
40213 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 8992490 Internet: www.filmkunstkinos.de Di. 29.10.,
19 Uhr „Landschaft ohne Liebe“ – Filmabend mit
dem Regisseur Micha³ Rosa und seinen Geschichten „Heißer Donnerstag“ (1994)
und „Farbe“ (1997) Black Box Schulstr. 3,
40213 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 8992490 Internet: www.filmkunstkinos.de Mi. 30.10.,
18 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Wojciech
Pra¿mowski – Fotografie“ (30.10. – 27.11.2002, di. u. mi. 14-20 Uhr, do. u. fr.
12-17 Uhr) Galerie des
Polnischen Instituts Citadellstr.
7, 40213 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 866960 Internet: www.pol-institut.de Mi., 30.10.,
19.30 Uhr Geistliches Konzert – Barbara Schlick
(Sopran) und der Chor Camerata Silesia singen unter der Leitung von Anna
Szostak Werke von Georg Friedrich Händel, Felix Mendelssohn-Bartholdy und
Johann Sebastian Bach. Johanneskirche Martin-Luther-Platz
39, 40212 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 135810 Sa., 2.11., 16.30 Uhr Filmvorführung und Begegnung mit Hanna
Schygulla: „Eine Liebe in Deutschland“ Ein Film von Andrzej Wajda Gerhart-Hauptmann-Haus
(Eichendorff-Saal) Bismarckstr.
90, 40210 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 169910 Sa., 2.11., 20 Uhr Konzert – Piotr Anderszewski (Klavier)
und das Kammerorchester Aukso Robert-Schumann-Saal Ehrenhof
4-5, 40479 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 8996123 (Kartentelefon) Internet: www.robert-schumann-saal.de
So., 3.11.,
20 Uhr Abschlussabend – Hanna Schygulla:
„Brecht hier und jetzt“ Düsseldorfer
Schauspielhaus Gustav-Gründgens-Platz
1, 40211 Düsseldorf Tel: 0211 /
369911 (Kartentelefon) Internet: www.duesseldorfer-schauspielhaus.de
Programm und Organisation seitens der
Wojewodschaft Schlesien: Institut für Kunst
& Kultur Ars Cameralis Silesiae Superioris ul. Konckiego 4a/6 PL-40-040 Katowice Tel.: 0048/502634302, Fax: 0048/32/2518648 e-mail: arscam@interia.pl Koordination in Nordrhein-Westfalen und
Auskunft: Oberschlesisches
Landesmuseum Stiftung Haus Oberschlesien Bahnhofstr. 62 40883 Ratingen Tel.: 02102/9650, Fax: 02102/965240
Kulturtage der Wojewodschaft Schlesien in
Nordrhein-Westfalen 2002/03 Oberschlesien und
Nordrhein-Westfalen, besonders das Ruhrgebiet, sind vielfältig miteinander
verbunden. Das gilt sowohl für die historischen Beziehungen zwischen den
beiden Industrieregionen, die vor allem durch die Zuwanderung
oberschlesischer Menschen ins Ruhrgebiet gekennzeichnet sind –
Erwerbsmigranten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, denen nach 1945
Flüchtlinge und Vertriebene und später Aussiedler folgten – als auch für ihre
jüngere und jüngste Entwicklung: Mit dem Ende der Montanindustrie haben beide
Regionen vergleichbare Probleme der Umstrukturierung zu bewältigen. Oberschlesien durchlebte im 20. Jahrhundert
eine leidvolle Geschichte, als seine Zugehörigkeit zwischen Deutschen und
Polen umstritten war. Jetzt gehört es als Folge des Zweiten Weltkrieges zu
Polen. Viele Oberschlesier flohen, wurden vertrieben oder sahen sich zur
Aussiedlung veranlaßt. Oft war dabei wiederum Nordrhein-Westfalen ihr Ziel,
so daß viele Einwohner von Nordrhein-Westfalen oberschlesische Wurzeln haben.
Die heutige Wojewodschaft
Schlesien (Wojewodschaft = polnische Verwaltungseinheit mit Selbstverwaltung)
hat das oberschlesische Industriegebiet zum Kern, umfasst aber auch die im
Süden angrenzenden Beskiden und reicht durch die Einbeziehung der Region um
Tschenstochau über die seit Jahrhunderten stabile Nordostgrenze des
historischen Oberschlesien hinaus. Auf der Suche nach seiner Identität besinnt sich
Oberschlesien auf seine Geschichte und Kultur – auch auf den deutschen
Anteil, für den jetzt die deutsche Minderheit steht – und empfindet sich als
eine Region, die von vielen Kulturen geformt wurde. Angesichts dieser historischen und aktuellen
Verflechtungen hat das Land Nordrhein-Westfalen 1964 eine Patenschaft für die
Oberschlesier übernommen. Am 1. September 2000 hat das Land mit der Wojewodschaft
Schlesien eine „Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit und den Ausbau
der freundschaftlichen Beziehungen“ unterzeichnet. Diese Erklärung bildet den
Rahmen für die Kulturtage der Wojewodschaft Schlesien in Nordrhein-Westfalen
im Herbst 2002 und im Frühjahr 2003. Die
Präsentation geht davon aus, dass Kultur unabdingbar ist, um einen Umbruch
der Wirtschaftsstruktur seelisch zu bewältigen. Das gilt besonders für
Oberschlesien bei seiner schwierigen Suche nach regionaler Identität. Kultur
hilft, das Selbstverständnis einer Region zu entwickeln und zu festigen, ist
Seismograph für Veränderungen und nicht zuletzt ein wichtiger Standortfaktor.
Außerdem spielt Kultur eine wichtige Rolle bei der Vertiefung des
gegenseitigen Verständnisses vor dem Hintergrund der europäischen
Integration. Die Kulturtage der Wojewodschaft Schlesien in
Nordrhein-Westfalen bieten die Gelegenheit des gegenseitigen Kennenlernens
und des kulturellen Austauschs. Dieser hat seinen besonderen Reiz, denn im
oberschlesischen Industriegebiet, das vorwiegend durch die Arbeit geprägt
wurde, hat sich eine lebendige und vielfältige Kultur entwickelt – ähnlich
wie im Ruhrgebiet. Die
Kulturtage gliedern sich in vier Wochenblöcke, von denen der erste in diesem
Herbst, die drei folgenden im kommenden Jahr realisiert werden. Die
Eröffnungswoche vom 24. Oktober bis zum 3. November 2002 konzentriert sich
mit ihren Veranstaltungen auf die Landeshauptstadt Düsseldorf. Dazu erscheint
ein Programmheft, das Mitte Oktober vorliegt. Geboten wird ein abwechslungsreiches
Programm, das mit namhaften Komponisten, Solisten, Orchestern, bildenden
Künstlern, Regisseuren, Schauspielern und Theaterensembles aufwarten kann.
Für das Eröffnungskonzert am 25. Oktober in der Tonhalle konnte das Nationale
Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks in Katowice/Kattowitz unter der
Leitung von Gabriel Chmura und Henryk Miko³aj Górecki gewonnen werden. Auf
dem Programm stehen Werke von Brahms und Górecki. Dem Konzertbesucher bietet
sich so die seltene Gelegenheit, Górecki, den weltberühmten Komponisten, als
Dirigenten eines seiner eigenen Werke, der „Symphonie (Nr. 3) der
Klagelieder“, zu erleben. Das Orchester gibt am folgenden Abend ein zweites
Konzert im Altenberger Dom. Ein weiteres Highlight zum Abschluss der ersten
Woche der Kulturtage ist ein „Brecht-Abend“ am 3. November im Düsseldorfer
Schauspielhaus mit keiner geringeren als Hanna Schygulla, einer gebürtigen
Oberschlesierin. Sie hat vor allem durch ihre Fassbinder-Filme, wie „Die Ehe
der Maria Braun“ und „Lilli Marleen“, internationale Anerkennung gefunden. Dazwischen
gibt es zwei Nächte lang Jazz satt in der Jazz Schmiede, ein geistliches
Konzert mit der prominenten Sängerin Barbara Schlick und dem Chor Camerata
Silesia in der Johanneskirche, ein Konzert mit dem bekannten Pianisten Piotr
Anderszewski und dem Kammerorchester Aukso im Robert-Schumann-Saal, weiterhin
Ausstellungen und Filmabende, die einen Eindruck von der kulturellen Vielfalt
und Qualität im heutigen Oberschlesien vermitteln. Zusätzlich wird vom 24.
bis zum 26. Oktober das experimentelle Theaterstück „Straßenbahn“ aufgeführt.
Regisseur dieses Stückes ist Lech Majewski, der schon mit David Lynch, Garry
Oldman, David Bowie und Dennis Hopper zusammenarbeitete. Veranstaltungsort
ist nicht etwa ein Theater, sondern eine Straßenbahn, die an drei Abenden
nach Einbruch der Dunkelheit durch die Düsseldorfer Innenstadt fährt.
Schauspieler, die in der Straßenbahn Szenen aus dem Alltagsleben vorführen,
konfrontieren die Passanten im Vorüberfahren mit Fragmenten dieser Szenen. Die
Kulturtage setzen sich im Frühjahr des Jahres 2003 mit drei weiteren
thematischen und örtlichen Wochenblöcken fort, einer Musikwoche im März, die
ihren geografischen Schwerpunkt in Köln, Bonn und Aachen haben soll, einer
Veranstaltungsreihe im Ruhrgebiet im April, die unter dem Motto „Stadt,
Region, Strukturwandel“ stehen und sich diesem Thema auch in
wissenschaftlichen Tagungen widmen wird sowie einer „Theater- und
Literaturwoche“ im Mai, deren geografischer Schwerpunkt noch nicht festliegt.
Zusätzlich sind Workshops für Jugendliche in den Bereichen Musik, Theater,
Tanz, Malerei, Fotografie und Film vorgesehen. Nikolaus Gussone / Susanne Peters-Schildgen |
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